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Die Geschichte des Motorrads von 1869 bis 1972 – Im Grunde ist das Motorrad eine Fortführung der Geschichte des Fahrrads. 1869 wurde der Vorläufer des Motorrads von Pierre Michaux entwickelt – das Dampfrad. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach konstruierten 1885 einen Versuchsträger für schnelllaufenden benzinbetriebenen Ottomotor – den Reitwagen. Trotz der Stützräder gilt dieses Fahrzeug als erstes Motorrad. Das erste in Serie gefertigte Motorrad mit Benzinmotor wurde von Hildebrand & Wolfmüller 1894 gefertigt. Hildebrand und Wolfmüller ließen sich auch das Wort Motorrad patentrechtlich schützen.

Geprägt wurde die Entwicklung der Motorradtechnik bis zum 1. Weltkrieg nur von europäischen sowie amerikanischen Herstellern. 1902 stellte Griffon ein Motorrad mit V-Motor her. 1904 baute FN erste Motorräder mit Vierzylindermotor und Kardanwelle, Indian führte den Gasdrehgriff ein. 1905 erschienen die ersten Motorräder mit gefederter Vorderradaufhängung, ab 1909 gab es von Scott Zweitaktmotoren und Kickstarter. 1913 entwickelte Adalberto Garelli den Doppelkolbenmotor, eine besondere Bauform des Zweitaktmotors. 1914 bot Indian serienmäßig einen elektrischen Starter und eine elektrische Beleuchtung an.

In Deutschland begannen nach dem 1. Weltkrieg zahlreiche Firmen mit der Motorradproduktion, darunter bekannte Namen wie 1922 DKW und 1923 BMW. Im 2. Weltkrieg wurde das Motorrad in großem Maßstab eingesetzt. Die kriegsführenden Länder stellten ihre Produktion auf militärische Zweiräder um. Die US-Hersteller, Harley-Davidson und Indian, produzierten über 300.000 Motorräder, die britischen Hersteller 425.000 Motorräder für die Alliierten. Auf deutscher Seite wurden Motorräder mit Beiwagen wie die Zündapp KS 750 und die BMW R75 entwickelt.

Nach 1945 dienten die Motorräder als erschwinglicher Autoersatz. Die Bikes der Nachkriegszeit sollten robust und zuverlässig sein. Bis 1957 gab es in Deutschland mehr Motorräder als Autos Mit zunehmendem Wohlstand, wurden auch Motorräder mit noch größerem Hubraum erschwinglich, die ab 1952 gebaute NSU Max wurde eines der populärsten Motorräder der 250er Klasse. 1955 wurde NSU mit einer Jahresproduktion von 70.214 Motorrädern, 228.369 Mopeds und 45.747 Fahrrädern seinerzeit größter Zweiradhersteller der Welt. 

Aber Ende der 60er Jahre wendete sich das Blatt – das Motorrad wurde vom zwischenzeitlich erschwinglichem PKW abgelöst. Die Motorradindustrie Deutschlands war am Ende, viele Hersteller produzierten andere Produkte oder stellten den Betrieb ganz ein.  Bei Honda (seit 1948), Suzuki (seit 1952), Yamaha (seit 1954) und Kawasaki (seit 1961) lief es deutlich besser, stellten sie doch 1972 über 3,5 Millionen Motorräder her. Den Japanern gelang es dem Bike eine neue Bedeutung zu teil werden zulassen. Das Sport-/ Freizeitgerät.