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Musiccheck: John Fogerty

©John Fogerty

Fogerty war Frontmann und Leadgitarrist der Rockband Creedence Clearwater Revival (CCR), die von ihm und seinem älteren Bruder Tom Fogerty (Rhythmusgitarre) Ende der 1950er als die Blue Velvets gegründet und später von der Plattenfirma in The Golliwogs umbenannt wurde. Zwischen 1969 und 1972 hatten Creedence Clearwater Revival neun Top-Ten-Singles wie Fortunate Son, Proud Mary und Bad Moon Rising.

Nach seiner Zeit bei Creedence Clearwater Revival begann Fogerty eine Solokarriere. 1973 erschien sein Album Blue Ridge Rangers, auf dem er alle Instrumente spielte. Die Songs waren zum Teil Gospel-Songs wie Have Thine Own Way, Lord oder Working on a Building. Zwei Singles aus diesem Album, Jambalaya (On the Bayou) und Hearts of Stone, konnten sich in den Top-40 der Billboard Hot 100 platzieren. Eine weitere Single aus Blue Ridge Rangers – You Don’t Owe Me / Back in the Hills – erschien im Herbst 1973, blieb jedoch weitgehend unbeachtet.

Die erste unter seinem Namen erschienene Single war Comin’ Down the Road, die auf keinem regulären Album enthalten war. Sie erreichte Anfang 1974 Platz 37 in den deutschen Singlecharts. Das Album John Fogerty kam 1975 heraus, mit eher mäßigem Erfolg. Darauf sind die Lieder Rockin’ All Over the World und Almost Saturday Night.

Die nächsten Jahre waren weniger durch musikalische Veröffentlichungen geprägt, sondern mehr durch einen Rechtsstreit mit dem Label Fantasy Records und Saul Zaentz, die John Fogerty nicht aus dem Plattenvertrag entlassen wollten, der Knebelcharakter hatte. Dies lähmte die Schaffenskraft des Musikers. John Fogerty rächte sich später mit eindeutig zweideutigen Songs wie Mr. Greed und Zanz Can’t Danz, der nach weiteren Rechtsstreitigkeiten schließlich in Vanz Can’t Danz umbenannt werden musste.

Mitte der Achtziger Jahre gelang John Fogerty ein Comeback. Das Album Centerfield mit den Hits The Old Man Down the Road und Rock and Roll Girls kam 1985 auf Platz 1 der Billboard-Pop-Album-Charts. Auch dieses Album spielte Fogerty als One Man Band ein. 1986 war The Eye of the Zombie weit weniger erfolgreich. 1997 erschien das Album Blue Moon Swamp und 1998 das Live-Album Premonition, das viele alte CCR-Songs sowie seine größten Soloerfolge enthält.

©Alan Silfen

Als Grenzgänger nahm Fogerty immer wieder Titel im Country-Sound auf, die unter anderem auf CMT liefen (z. B. der Country-Rock-Song Southern Streamline oder das gesamte Album “The Blue Ridge Rangers Rides Again” 2009). 2004 wurde das Album Deja Vu (All Over Again) veröffentlicht; das Titelstück ist ein Protestsong gegen den Irakkrieg. Das Album enthält neben weiteren typischen Fogerty-Nummern auch ein Duett mit Mark Knopfler. Während dieser Zeit wurde auch die politische Einstellung Fogertys deutlich, da er an der von Bruce Springsteen organisierten Vote for change Tour 2004 teilnahm, deren Ziel es war, John Kerry in dessen Präsidentschaftswahlkampf zu unterstützen. Während der Tour absolvierte Fogerty seinen Auftritt ohne eigene Band. Vielmehr spielte er mit Springsteens E Street Band, beispielsweise das Titelstück der seinerzeit neuen CD, aber auch ältere Lieder wie Centerfield oder Travellin Band.

Ende 2005 erschien das Best-of-Album The Long Road Home, nachdem sich John Fogerty mit dem zwischenzeitlich unter neuem Management agierenden Label Fantasy nach 30 Jahren wieder geeinigt hatte. Das Album enthielt einen Abriss über das Gesamtwerk von Fogerty aus der Zeit mit Creedence Clearwater Revival und seinen Soloplatten, außerdem vier Live-Aufnahmen, jedoch keine neuen Songs. Unter demselben Titel ist im Juni 2006 eine Konzert-DVD erschienen, die im September 2005 im Wiltern Theatre in Los Angeles mitgeschnitten wurde.

Im Oktober 2007 erschien mit Revival Fogertys erstes Studioalbum nach drei Jahren. Im Rahmen seiner Revival-Tournee 2008 wurde während des Konzerts in der Royal Albert Hall in London am 24. Juni ein Konzert mitgeschnitten, das unter dem Namen Comin’ Down the Road am 11. Dezember 2009 auf DVD veröffentlicht wurde.

Mit „Wrote A Song For Everyone” feierte 2013 seinen Einstand beim Sony Music-Label Columbia Records. Der vierzehn Songs umfassende Longplayer, der u.a. eine Neuaufnahme des Klassikers „Born On The Bayou” mit Kid Rock enthält, feierte seine Premiere am 3. Februar im Rahmen der Berichterstattung des Super Bowl XLVII. 

„Wrote A Song For Everyone” ist Fogertys neuntes Studioalbum seit der Auflösung von Creedence Clearwater Revival im Jahre 1972. Die Aufnahmen fanden in Los Angeles und Nashville statt, mit Ausnahme von „Proud Mary“, das in New Orleans mit AllenToussaint und der Rebirth Brass Band entstand. „Fortunate Son” wurde mit den Foo Fighters in deren 606 Studio aufgenommen, wo das legendäre Neve Mischpult zum Einsatz kam, das aktuell durch Dave Grohls Dokumentation „Sound City“ Berühmtheit erlangte. John Fogerty war auch Teil der All-Star-Band Sound City Players, die Grohl für Auftritte beim Sundance Film Festival und im Hollywood Palladium in Los Angeles versammelte, um einige Klassiker und neue Songs aus dem „Sound City“-Soundtrack zu spielen. 

In seiner Karriere als Sänger, Songwriter und Gitarrist verkaufte John Fogerty mehr als hundert Millionen Alben, die ihm achtzehn (US-)Gold- und zehn Platinawards bescherten. 1993 wurde er in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen, 1997 mit einem Grammy für sein Album „Blue Moon Swamp” ausgezeichnet und seit 2005 ist er Mitglied in der „Songwriters Hall of Fame“.  

John Fogerty tourt nahezu jährlich durch Europa. Seine Band besteht neben Fogerty selbst (Gesang/Gitarre/Mundharmonika) aus James Intvelt (Gitarre), Hunter Perrin (Gitarre), David Santos (Bass), Kenny Aronoff (Schlagzeug), Michael Webb (Keyboard/Gitarre) und Jason Mowery (Fiddle/Gitarre).

© John Fogerty / Alan Silfen