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Musiccheck: AC/DC

Sechs Jahre nach “Black Ice”, das sich alleine in Deutschland mehr als eine Million Mal verkaufte, erschien mit “Rock Or Bust” ein neues Studioalbum der australischen Rocklegenden AC/DC. Die Aufnahmen fanden im Frühling 2014 einmal mehr unter der Regie von Brendan O’Brien im Warehouse Studio in Vancouver statt, gemischt wurden die Songs wieder von Mike Fraser. Der Vorgänger “Black Ice” hatte in 31 Ländern Platz eins der Albumcharts erreicht und sich weltweit knapp acht Millionen Mal verkauft.
“Rock Or Bust” ist das erste AC/DC-Album in 41 Bandjahren, das ohne Gründungsmitglied Malcolm Young aufgenommen wurde. Am Songwriting für “Rock Or Bust” war der 61-jährige allerdings noch beteiligt. “Das Meiste haben meine Bruder und ich geschrieben”, erklärt Angus, “das haben wir schon immer so gemacht. Das Album enthält viele seiner Ideen. Auch als er eigentlich den Punkt erreicht hatte, als er nicht mehr konnte, setzte er seine gesamte Energie ein, um noch irgendwie weiter zu machen. Und er sorgte dafür, dass ich alle seine Ideen auch bekam.” Im Studio und auch auf Tour nimmt nun ein anderes Familienmitglied Malcoms Position ein. “Mein Neffe Stevie hat bei Aufnahmen seine Rolle übernommen”, erklärt Angus. “Er hat denselben Stil, den gleichen Rhythmus.”
Die 35 Minuten Album-Gesamtlaufzeit kommen dabei nicht nur rein zufällig recht “oldschoolig” daher. “Das ist quasi eine Rückkehr zu den Sixties”, erklärt Young, “in den Sechziger Jahren waren die Alben sehr kurz, aber es waren große Songs drauf. Das war auch unser Ziel. Brendon O’Brien sagte: ‘Je tighter wir die Songs machen, desto aufregender wird das Album. Bei einem AC/DC-Konzert will man doch, dass die Songs Bang! Bang! Bang! hintereinander abgefeuert werden’. Das war seine Herangehensweise an die Stücke”.


Warum die Band sechs Jahre für die Fertigstellung des neuen Albums benötigte, ist für den Leadgitarristen ganz offensichtlich. “Im Anschluss an die Veröffentlichung von ‘Black Ice’ waren wir zwei Jahre auf Tour gewesen. Danach hatten wir eine kleine Pause. Dann gab es natürlich eine Verzögerung durch Malcoms Krankheit, wir wussten ja nicht, wie es ihm gehen wird. Wir hatten die Hoffnung, dass sich sein Zustand stabilisiert, aber es ist natürlich ein stetiger Rückschritt”, sagt Angus. “Und als klar war, dass er nicht weitermachen kann und es jetzt alleine auf uns ankommt, fragten wir uns: ‘machen wir weiter?’ und will Malcolm überhaupt, dass wir weitermachen? Aber seine Meinung war immer schon: ‘Man macht immer weiter’. Und deshalb sind wir dran geblieben. Und als das klar war, dass es voran gehen sollte, haben wir angefangen, Songs zu schreiben und uns bereit zu machen.”
Die ungebrochene Popularität der Band, die von Abermillionen Menschen auf der ganzen Welt verehrt wird, egal welcher Nationalität, Religionszugehörigkeit, Hautfarbe oder aus welcher sozialen Schicht, ist laut Angus ganz simpel. “Wir haben natürlich viel Glück gehabt und uns von Anfang an eine starke Fanbasis aufgebaut”, erläutert er. “Viele Leute mögen Rockmusik, und wir haben sie gemacht. Und sie hat den Leuten gefallen. Wir versuchen einfach nur, gute Rockmusik zu machen. Unser Bandformat ist ganz einfach: zwei Gitarren, der Bass, das Schlagzeug und Gesang. Das ist der Aufbau und so kommt es dann auch raus: es klingt nach AC/DC.” Besonders stolz ist Young auf den Legenden-Status, den die Band in Deutschland genießt. “Deutschland war das erste Land, das die Beatles entdeckt hat, Deutschland hat also die Fähigkeit, großes Talent zu erkennen vor allen anderen”, erläutert er. “Als wir das erste Mal herkamen, spielten wir in kleinen Clubs und jedes Mal, wenn wir wieder herkamen, spielten wir in größeren Hallen. Das war natürlich großes Glück. Wir haben also irgendwie hier den richtigen Ton getroffen.”

© Foto: C. Taylor Crothers/Sony Music
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