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Musiccheck: Johnny Cash

Der am 12. September 2003 verstorbene „Man in Black“ war über vierzig Jahre lang das Synonym für Country Music, ein Rekordhalter ohne Beispiel. Seit seinem Schallplattendebüt im Jahr 1955 nahm Johnny Cash mehr als 2.500 Songs auf und hatte beinahe 150 Hits in den Billboard-Country-Charts, davon 14 Nr.1-Hits, die zusammen 68 Wochen lang die Spitzenposition der Hitlisten belegte. Nach einer harten Kindheit ging der 1932 im US-Bundesstaat Arkansas geborene  Johnny Cash zum Militär, wo er seine dreijährige Dienstzeit in Deutschland in der Nähe von Augsburg verbrachte. Hier schrieb er auch seine ersten Songs, die er 1955 bei Sun Records, dem legendären Label des Elvis Presley-Entdeckers Sam Phillips, vorstellte. Er wollte eine Karriere als Gospelsänger beginnen, wurde aber von Phillips mit den Worten abgewiesen, er solle mit etwas kommerziellerem wiederkommen. Cash reichte den Song „Hey Porter“ ein und bekam sofort einen Plattenvertrag. Bereits seine dritte Single „Folsom Prison Blues“ führte Johnny bis an die Spitze der Country-Charts und bescherte ihm landesweite Popularität. Auch die dritte Single „I Walk The Line“ erreichte die Pole Position der Hitlisten. 

Johnny Cash

Nach Ablauf seines Vertrags wechselte er 1958 zu Columbia Records, weil er dort bessere Entwicklungsmöglichkeiten sah. Zu Recht, wie sich schnell herausstellte, denn zur Überraschung seiner Plattenfirma verkaufte der junge Star mehr Langspielplatten als Singles und bescherte seinem neuen Label sensationelle Umsätze. Zu den besten (und erfolgreichsten) Longplays in Johnny Cashs Karriere zählt sein 1968 aufgenommenes Werk „Johnny Cash At Folsom Prison“, das vor einem Publikum von 2.000 Häftlingen und deren Wärtern in dem Folsom-Zuchthaus in Kalifornien aufgenommen wurde. Ein Jahr darauf gab er übrigens ein weiteres Knacki-Konzert im berüchtigten San Quentin Prison in San Francisco, das ebenfalls auf Schallplatte veröffentlicht wurde – inklusive der legendären, vom Gejohle der Zuchthäusler begleiteten Nummer „A Boy Named Sue“.

Johnny Cash war ein Mann ohne Allüren:

Er heiratete seine geliebte Frau June Carter 1968 und blieb ihr bis zu ihrem Tod im Mai 2003 treu. Auch sich selbst blieb der Hüne treu: Sein Publikum begrüßte er stets mit den gleichen Worten „Hello, I‘m Johnny Cash!“ und schwor sich und seinen Fans, dass er so lange in Schwarz auftreten werde, bis es auf der Welt keinen Krieg und keine Armut mehr geben würde. Johnny Cashs Songs handeln von seiner eigenen schweren Kindheit, von den Armen, Ausgestoßenen und Unterdrückten der Welt, aber auch von Hoffnung und Zuversicht. 

Cash 1959

Johnny Cashs fantastisches Spätwerk ist auf den sechs CDs der von Rick Rubin produzierten „American Recordings“-Reihe dokumentiert, die zwischen 1994 und 2003 entstand. Neben zahlreichen Eigenkompositionen interpretierte er u.a. auch Songs von Leonard Cohen, Kris Kristofferson, Tom Waits, Chris Cornell, Tom Petty, Neil Diamond, U2, Paul Simon, Lennon/McCartney, den Eagles, Bruce Springsteen und Sheryl Crow auf seine unnachahmliche Weise.

Menschen, die unterschiedlicher Meinung über vieles sein mochten, waren sich in einem stets einig: Johnny Cash war einzigartig. Seine Musik berührte alle – vom Häftling bis zum Präsidenten, vom Priester bis zum Punk.

weitere Infos:

https://www.johnnycash.com