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Musiccheck: Kenny Wayne Shepherd

Es gibt nur wenige Künstler, deren Name innerhalb eines ganzen Genres für ein Instrument und der Art es zu spielen steht.

Selbst Leute, die nur oberflächliche Kenntnisse der modernen Musikszene haben, denken bei der Bezeichnung „Junger Bluesgitarrist“ sehr wahrscheinlich direkt an Kenny Wayne Shepherd.

Der in Louisiana geborene Songwriter ist gerademal Mitte 30 und hat bereits Millionen von Alben verkauft, hatte Singles in den US amerikanischen Top 10 und verhalf damit, dem, in der Musikgeschichte so bedeutenden Blues, zu neuem Glanz.

Er vernachlässigt nie den klassischen Sound, den er bereits als Teenager verinnerlicht hat, und bahnt sich doch mit seinem eigenen, modernen Sound den Weg nach oben. Mit sieben Jahren traf er Stevie Ray Vaughn, mit 13 teilte er sich eine Bühne mit Bryan Lee, der Legende aus New Orleans, und auch als Erwachsener kreiert er weiterhin genreprägenden, blueslastigen Rock’n’Roll.

Guitar World nennt Kenny Wayne Shepherd in einem Atemzug mit Bluesgitarristen wie B.B. King und Eric Clapton. Sein neues Album „How I Go“ ist jedoch nicht nur ein Beweis dafür, dass das gerechtfertigt ist, sondern zeigt auch sein großes songwriterisches Talent. Kenny vereint  gefühlvolle und leidenschaftliche Interpretationen von klassischem Material wie Bessie Smiths „Blackwater Blues“, Albert Kings „Oh, Pretty Woman“ und „Yer Blues“ von den Beatles, mit den stärksten Kompositionen seiner bisherigen Karriere.

Man sollte nicht vergessen, dass Kenny vor langer Zeit den Song „Blue on Black” mitgeschrieben hat, der 17 Wochen in Folge die #1 in den Rock Charts besetzte. Jegliche Anerkennung, die er für sein Gitarrenspiel erhält, ist wohl verdient, aber er hat noch so viel mehr zu bieten.

„Where Ledbetter Heights” (1995) war ein Bluesalbum; „Trouble Is…” (1997) hingegen war eher ein mit Blues angehauchtes Rockalbum, „Live On“ (1999) sogar noch mehr; „The Place You’re In“ (2004) bestand hauptsächlich aus Rock, und die „10 Days Out“ Dokumentation (2007) zeigte das Beste aus reinem Blues. Und auf „Here I Go” verint Kenny schließlich das Beste aus beiden Richtungen: „ Here I Go falls right down the middle between blues and rock.”

Die erste Single „Never Lookin’ Back” ist richtungsweisend für das gesamte Album und handelt davon, wie man Rückschläge im Leben verkraftet. Der Song „Dryin‘ Shame“ hat jenen typischen Texas-Sound, den die alteingesessenen Fans von Kenny und seiner Band so lieben. „Show Me The Way Back Home“ ist eine zeitlose, kraftvolle Bluesballade. „We hit a really great balance,” sagt Kenny über das Album, das er selbst mitproduziert hat.

Kenny Wayne Shepherd ist sich durchaus bewusst, welche emotionale Rolle die Musik im Leben seiner Zuhörer spielen kann. Er hat einen gewaltigen Respekt vor dieser Verantwortung und arbeitet hart daran, Freude in das Leben der Leute zu bringen. Er  ist fest entschlossen, es allen zu zeigen. „I get up on stage every night to play my heart out and to try to turn people on their ear, man. I want to bring light into people’s lives with my music. If I can make people feel good for an hour and a half to two hours and forget about whatever might be stressing them out, then I’m doing my job.”

Noah Hunt ist seit 1996 die Stimme der Kenny Wayne Shepherd Band. Aber was wissen wir eigentlich über den dunkelhaarigen Mann mit diesen rauen Stimmbändern, der dem Bluesrock von Shepherd so seinen Stempel aufdrückt?

Er wuchs in Cincinnati, Ohio, auf und soll schon als Dreijähriger selbstständig Lieder erfunden haben, so dass ihn seine Eltern schon mit vier Jahren zum Klavierunterricht schickten. Auf seinem Kinder-Plattenspieler hörte er sich die Beatles-Platten seiner Eltern an. Später hörte er die Stones und Pink Floyd, die Allman Brothers und Grateful Dead. Mit 16 brachte er sich das Gitarrenspielen bei, um sich beim Singen zu begleiten. Er spielte in Schul- und Collegebands, nebenbei in Bars. Irgendwann entdeckte ihn Bill Scull, einer der größten unabhängigen Platter-Promoter des Landes. Ab 1994/1995 stand Hunt unter Vertrag von RCA – mit einem sogenannten Spec-Deal, bei dem man sich als Künstler entwickeln kann.

2019 ist Kenny Wayne Shepherd mit einem neuen Longplayer zurück. »The Traveler« ist bereits das neunte Album des amerikanischen Bluesrockers und virtuosen Gitarristen. Zehn Songs hat er dafür in Los Angeles aufgenommen, und zwar zusammen mit seiner Band: Sänger Noah Hunt, Schlagzeuger Chris »Whipper« Layton, Bassist Kevin McCormick und die Keyboarder Jimmy McGorman und Joe Krown. Eine mitreißende Bluesrock-Rundfahrt mit Einflüssen aus Rock’n’Roll, R’n’B, Country und mehr. Da reist man doch gerne ein Stück mit.