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Musiccheck: Status Quo

Status Quo ging aus einer Londoner Schülerband um Francis Rossi und Alan Lancaster hervor, die zu Beginn des Jahres 1962 als The Scorpions gegründet wurde. In den ersten Monaten mussten häufige Besetzungswechsel hingenommen werden. Auch der Bandname wurde in The Spectres geändert. Das Jahr 1962 wurde in verschiedenen Quellen und auch von der Band selbst lange Zeit als das Gründungsjahr genannt. Schließlich feierte man offiziell 1982 mit dem Album 1+9+8+2 (die Quersumme ergibt 20) den zwanzigsten Geburtstag. Bis 1964 bildete sich eine feste Besetzung heraus, zu der neben Rossi und Lancaster auch der Schlagzeuger John Coghlan und etwas später der Keyboarder Roy Lynes zählten. Manager der Band war Pat Barlow, ein Londoner Gas-Installateur. Dieser stellte den Musikern auch einen Proberaum zur Verfügung. 

Rick Parfitt, der 1967 nach dem Ende seines Engagements mit „The Highlights“ nach London zurückgekehrt war, blieb in ständigem Kontakt zur Band, vor allem über seinen Freund Francis Rossi. Er arbeitete zeitweise als Angestellter, ohne genau zu wissen, was er nun mit seinem Leben machen sollte. Da der erhoffte Erfolg trotz Plattenvertrags ausblieb, schlug Pat Barlow der Band vor, einen zweiten Gitarristen in die Band aufzunehmen. Die Wahl fiel auf Rick Parfitt, der das Angebot sofort annahm. Nach dem Radioboykott der neuen Single durch die BBC und auch wegen der Reibereien mit Steve Winwood wurden Überlegungen angestellt, den Bandnamen abermals zu ändern. Nachdem „The Muhammed Alis“ in die engere Auswahl gezogen wurde, brachte Barlow den Namen „Quo Vadis“ ein, den er im Innenteil eines Schuhs zufällig entdeckt hatte. Die Band gab sich schließlich den Namen „The Status Quo“, der kurz darauf via Presseerklärung publik gemacht wurde.

Das Jahr 1968 brachte für Status Quo einige kleinere Erfolge: Eine weitere in den Hitparaden platzierte Single (Ice in the Sun), Konzerte und Auftritte bei verschiedenen Fernsehsendern – darunter auch im „Beat-Club“ des deutschen Fernsehens mit Ice in the Sun. Ihr erstes Album Picturesque Matchstickable Messages of the Status Quo erschien ebenfalls 1968. Bei der Jahresumfrage des „Record Mirror“ wurden „The Status Quo“ auf Platz 12 der vielversprechendsten Bands des Jahres gewählt.

Ab März 1969 wurde der Name auf „Status Quo“ verkürzt. Verschiedene musikalische Aha-Erlebnisse (unter anderem der Roadhouse Blues von den Doors) sowie die großartigen Publikumsreaktionen, wenn die Band in Konzerten improvisierte, führten zu einer mehr Blues- und boogieorientierten Spielart. Die Carnaby-Street-Verkleidungen der psychedelischen Ära wurden eingemottet. Die Band trat in den Clubs und Hallen nur noch in normaler Straßenkleidung mit Jeans und T-Shirt auf. Grund für diese Entwicklung war allerdings auch, dass den beiden Hitsingles keine weiteren folgten. Für Konzertveranstalter der Hit-Tourneen wurden Status Quo damit zunehmend uninteressanter. In der Folge wurde auch die Zusammenarbeit mit Pat Barlow beendet. Neu zur Band stieß hingegen Bob Young. Ursprünglich als Roadie vorgesehen, wurde er schnell zum inoffiziellen Bandmitglied, da er als Co-Autor an diversen Stücken mitschrieb und auch als Musiker (Mundharmonika) mitwirkte.  

* Status Quo haben bisher insgesamt 112 Millionen Platten weltweit verkauft.

* Quo haben 55 britische Hit-Singles aufgenommen — mehr als jede andere Band. 22 davon schafften es in die Top Ten. Der erste Hit war “Pictures Of Matchstick Men”, der im Januar 1968 Platz 7 der Charts erreichte.

* Quo traten mehr als 110 Mal im Rahmen der BBC-Show “Top Of The Pops” auf — öfter als jede andere Gruppe.

* Quo waren insgesamt siebeneinhalb Jahre (413 Wochen) in den britischen Charts. Das sicherte ihnen bisher Platz 11.

* Quo brachten mehr Hit-Alben (31) in die britischen Album-Charts als jede andere Band — abgesehen von den Rolling Stones.

* Quos 1990er “Rockin’ All Over The Years”-Album verkaufte allein in Großbritannien mehr als 1,1 Millionen Exemplare und wurde mit Dreifach-Platin ausgezeichnet. Das Album hielt sich mehr als sechs Monate in den britischen Album-Charts, davon zehn Wochen in den Top Ten. Die weltweiten Verkäufe belaufen sich auf mehr als sieben Millionen Exemplare.

Aus heutiger Sicht gelten die Jahre 1972 bis 1976 als die stärkste Phase der Band. Mit dem Album Piledriver gelang der Übergang vom Psychedelic-Rock zum Hard Rock, der 1974 im Album Quo gipfelte. In den Folgejahren dominierte dann der Boogie-Rock, für den die Band bis heute bekannt ist. Der Musik-Stil wurde insgesamt kommerzieller. Nach dem Album On the Level von 1975 kam es zu personellen Veränderungen: 1976 stieß der Keyboarder Andy Bown zu „Status Quo“. Bown war gemeinsam mit Peter Frampton in den 1960er-Jahren bei „The Herd“ aktiv und ein gefragter Studiomusiker, unter anderem für Pink Floyd, Tim Hardin und 1973 auch für das „Status Quo“-Album Hello!. Ab dem folgenden Album Rockin’ All Over the World war Bown an allen Aufnahmen beteiligt. Erst gegen Ende der Sessions nahmen sie auf Vorschlag von Rick Parfitt den Titelsong des Albums, Rockin’ All Over the World, eine Coverversion eines Stücks von John Fogerty aus dem Jahr 1975, auf, das zu einem der bekanntesten Hits der Band wurde. Mit Whatever You Want aus dem 1979 erschienenen gleichnamigen Album schrieb Bown gemeinsam mit Rick Parfitt einen der größten Hits von Status Quo.

1984 verabschiedeten sich Status Quo mit der erfolgreichen Europatournee End of the Road von ihrem Publikum. Offiziell wurde als Grund bekanntgegeben, sich fortan um Soloprojekte kümmern zu wollen. Ein wichtiger Grund für den Rückzug waren jedoch Unstimmigkeiten zwischen Francis Rossi und Alan Lancaster, der sich vom musikalischen Konzept der Gruppe zunehmend distanzierte. Auch war Lancaster mittlerweile nach Australien umgesiedelt, was eine enge Zusammenarbeit praktisch ausschloss. Eine offizielle Trennung war damit aber nicht verbunden, da ausdrücklich weitere Plattenveröffentlichungen angekündigt wurden. 1986 präsentierte die Gruppe sich nach dem Weggang von Alan Lancaster und Pete Kircher in einer neuen, verjüngten Besetzung. Rossi, Parfitt und Bown erhielten Unterstützung von John Edwards am Bass und Jeff Rich am Schlagzeug. Edwards und Rich waren zuvor gemeinsam mit Rick Parfitt im Studio gewesen, um dessen (unveröffentlichtes) Soloalbum Recorded Delivery aufzunehmen.

Das Album In the Army Now wurde ein großer Erfolg, die gleichnamige Single (eine Coverversion der Aufnahme von „Bolland & Bolland“) die erfolgreichste der Band. In den Folgejahren wurde es ruhiger um Status Quo, wenngleich mit Burning Bridges und The Anniversary Waltz weitere Top-10-Hits in England geschaffen wurden. Musikalischer Höhepunkt der Jahre 1986 bis 2000 war aus Fansicht das Album Rock ’Til You Drop, das sich im Gegensatz zu vielen anderen Aufnahmen der Periode sehr stark am musikalischen Stil der erfolgreichsten Jahre orientierte. Mit dem Live-Klassiker 4500 Times und dem Stück Can’t Give You More (im Original aus den Jahren 1973 beziehungsweise 1977) wurden auch zwei Songs der damaligen Zeit als Bonustracks für die CD neu aufgenommen. Im vierzigsten Jahr nach ihrem ersten Schallplattenvertrag trennten sich Status Quo 2005 auch von ihrer langjährigen Plattenfirma Universal, der sie seit 1972 treu waren. 

Am 1. Februar 2016 gab Status Quo bekannt, dass die Europatour Herbst/Winter 2016 die letzte dieser Art sein werde. Dies bedeute nicht das Ende von Status Quo, aber das Ende großer Shows mit elektrischen Gitarren. Die Tour lief unter dem Titel The Last Night of the Electrics.

In den frühen Morgenstunden des 15. Juni 2016 brach Rick Parfitt nach einem Konzert in Antalya in seinem Hotel nach einem erneuten Herzinfarkt zusammen und wurde nach erfolgreicher Reanimation in ein türkisches Krankenhaus gebracht. Im September 2016 gab das Management von Status Quo bekannt, dass Parfitt mindestens bis zum Jahresende 2016 keine Auftritte absolvieren könne. Eine mögliche Rückkehr auf die Bühne wurde bewusst offen gelassen. Die im Oktober 2016 beginnende Abschlusstournee fand auf Parfitts Wunsch dennoch statt. Er wurde durch den irischen Gitarristen Richie Malone ersetzt. Bei einigen Konzerten während des Sommers war Freddie Edwards, der Sohn des Bassisten John „Rhino“ Edwards, für Parfitt eingesprungen. Am 24. Dezember 2016 starb Rick Parfitt an einer Infektion nach einer Operation.

Am 6. September 2019 erschien mit Backbone das 33. Studioalbum von Status Quo. Zugleich ist es das erste Album ohne Mitwirkung von Rick Parfitt. Das Album erreichte in der ersten Woche Platz 6 in deutschen Albumcharts. Ein höhere Platzierung erreichte lediglich das Album Live! aus dem Jahr 1977.