Start Kultbikes Kultbike: Suzuki GSX-R 1100 – Goldener Yoghurtbecher

Kultbike: Suzuki GSX-R 1100 – Goldener Yoghurtbecher

© Suzuki

Mit der 1986 eingeführten Suzuki GSX-R 1100 stillte der japanische Motorradhersteller den Durst vieler Biker nach mehr Leistung. Mit entdrosselten 130 PS Leistung und der typischen Racing-Verkleidung wurde die GSX-R 1100 für Suzuki zum Kassenschlager.

Die brandneue GSX-R1100 leistete 10 PS mehr als die GSX 1100 EF von Suzuki, wog dazu 41 kg weniger und hatte einen um 90 mm kürzeren Radstand. Der neue Motor war leistungsstark, drehfreudig und vom alten GSX-Motor weit entfernt. Trotzdem war er flexibel und drehmomentstark, da die rennfertigen Flachgleitvergaser der 750er durch straßenfreundliche CV-Einheiten ersetzt worden waren. Wie sich herausstellte, leistete der serienmäßige GSX-R1100-Motor dann doch nicht so viel wie angegeben. 110 PS am Hinterrad waren für viele enttäuschend, aber nicht völlig unerwartet – die lauten 100 PS der GSX-R750 waren ebenso optimistisch, aber da damals nur wenige Menschen Zugang zu einem Prüfstand hatten, kümmerte es niemanden wirklich.  

Wie bei der 750 erspart der neue Motor die zusätzliche Wasserkühlung durch die zusätzliche ölunterstützte Luftkühlung. Im Wesentlichen bedeutete dies, dass der GSX-R einen enormen Ölkühler und eine leistungsstarke Ölpumpe hatte, die das Schmiermittel viel schneller um den Motor und durch den Kühler schob als ein herkömmlicher Motor. Eine ganze Ladung zusätzlicher Ölkanäle sprühte mehr Öl effizienter über mehr Stellen im Motor, sodass keine Wasserkühlung erforderlich 

Die 1100 sah aus wie ihre kleine Schwester, die 750er GSX-R, war aber definitiv der Boss, wenn es um die Leistung ging. Mit 130 PS und einem (für die damalige Zeit) relativ geringen Gewicht von 197 kg behauptete Suzuki, die neue Maschine habe das beste Leistungsgewicht in der Branche.

Nach der Vorstellung wurde die 1100er zum neuen Standard für Sportbikes, und von diesem Zeitpunkt an war ihr ein Platz in den Geschichtsbüchern gesichert. Es war die kompromisslose Natur der GSX-R, die ihn bei Fahrern beliebt machte, die mehr Nervenkitzel als Zweckmäßigkeit wollten.

Die GSX-R wurde 1987 geringfügig verändert, aber 1989 gab es einen noch größeren Motor, der den Ruf des Motorrads als Tier wirklich festigte. Um ehrlich zu sein zu sein, musste Suzuki etwas gegen die zunehmende Konkurrenz von Motorrädern wie Yamahas FZR1000 Genesis und Kawasakis ZX-10 unternehmen.

© Suzuki

Eine weitere große Veränderung erfolgte Anfang 1993 mit der Einführung des wassergekühlten Motors, wobei der Hubraum der GSX-R auf 1074 ccm sank. Der Radstand stieg ebenso wie die Bremskraft durch die Einführung von Sechs-Kolben-Bremssätteln. Die 93er GSX-R brachte 321 kg auf die Waage, 24 kg mehr als das ursprüngliche Modell, und obwohl die Leistung ebenfalls von 130 PS auf 150 PS gestiegen war, begann sie gegenüber ihren Konkurrenten zu verlieren. Das Ende schien nahe. Das letzte Modell ab 1996-1997 wurde nochmals 10 kg leichter. Außerdem konnten ein paar “abgeschnittene Drähte” und der glückliche Besitzer das volle Monster mit 156 PS entfesselt erleben.

Viele der frühen 80er-Jahre Exemplare wurden leider sehr verändert. Wurden damals Verkleidungsteile der lange verspotteten „Joghurtbecher“ noch „entsorgt“, werden sie heute von Nostalgikern gesucht und gute Exemplare mit Gold aufgewogen.

Foto: Suzuki