Anfang 2015 suchte ich für die neue Saison ein neu es Motorrad. Neu im Sinne von neu für mich. Also machte ich mich auf die Suche. Es sollte etwas kul- tiges sein, ein Chopper vielleicht… Jedenfalls etwas, wo ich Aufrecht sitzen konnte, aber keine Enduro. Fündig wurde ich im Internet. So fiel die Wahl auf die Suzuki. Und für diesen Preis war die GS 750 L echt ein Schnapper. Allerdings stand sie sehr lange, unbenutzt und schlecht vorbereitet, in einem Carport. Aber da drüber hatte ich mir eigentlich keine Gedanken ge macht – sah sie doch gar nicht „so“ schlecht aus.

Der Zustand war nicht „so“ schlecht…

Über die Saison 2015 hinweg folgten einige Bastel- stunden und Recherchen – aber das Ergebnis war ernüchternd. Der Motor lief einfach nicht richtig. Vergaserreiniger brachte auch keinen Erfolg. Es war eine Fachwerkstatt nötig, damit der Motor wieder ohne Probleme lief. Die Ventile mussten eingestellt werden, der Vergaser Ultraschall gereinigt. Bei der Gelegenheit wurden auch direkt die Standrohrdichtungen erneuert. Bei genauerer Untersuchung konnte ich die ein oder andere Roststelle entdecken. Nach etwas hin und her kam mir die Idee einer Totalrestauration.

Gesagt Getan 🙂 Ich zerlegte die GS bis auf die letzte Schraube. Dabei ging ich sehr sorgsam vor (das war jedenfalls der Plan). Bei jedem Teil, das ich abbaute wurden die dazugehörigen Schrauben in eine Tüte gepackt und mit dem Teil per Kabelbinder verbunden. Wie es im Leben so läuft, ging auch hier nicht alles glatt. Zwei Bolzen vom Auspuff ließen sich nicht lösen und rissen ab. Nach ein paar ereignisreichen Nachmittagen war es vollbracht. Vor mir lagen der Rahmen, der Motor und eine Menge an Teilen. Ende 2015 wurde der Rahmen zum Sandstrahlen gebracht und schwarz lackiert, mit Hilfe meines Nachbarn wurden die abgerissenen Bolzen ausgebohrt und neue Gewinde geschnitten. Einige Teile habe ich neu gekauft, wollte ich die GS doch nicht ganz original haben. Nach und nach sammelte ich die einzelnen Teile wieder ein und konnte mir überlegen, welche Farbe zu dem neu lackierten Rahmen passen würde. Nun ging es an die eigentliche Arbeit der Restaura- tion. Der Rahmen kam vom Lackieren zurück und der Startschuss war gegeben. Zuerst wurden der Tank, die Seitendeckel sowie Vorder- & Hinterrad- kotflügel in Elfenbein lackiert. Nachdem die Finger dann vom ganzen Schleifen schon weh taten, ging es gleich weiter mit dem Putzen der ganzen Kleinteile. Auch die Motordeckel wurden poliert. Endlich ging es ans zusammenzubauen. Sehr geholfen hat mir dabei das Werkstatthandbuch, welches ich (teuer) extra gekauft habe. Eine kleine Herausforderung für mich war die Verlegung der Kabel für die Lenkerendenblinker… Hatte ich mir das doch wesentlich einfacher vorgestellt und doch den ganzen Nachmittag damit verbracht.

Nach der Restauration eine wahre Augenweide…

Nachdem Motor, Vergaser und Elektrik fertig waren wurde der Vergaser eingestellt. Alles lief problemlos. Ich hatte die restlichen Teile angebaut – und dann stand Sie da, fertig für die Haupt- untersuchung. Eine Kleinigkeit hatte ich vergessen… ich brauchte ein neues Lenkkopflager! Dies bedeu- tete wieder einen kleinen Rückschlag. Wir erinnern uns… Anfang 2015 suchte ich ein Bike für die Saison 2015, mittlerweile war es aber doch schon Frühjahr 2016. Nachdem ich dann das Lenkkopflager gewechselt hatte war auch die Hauptuntersuchung kein Problem. So hatte ich dann für die Saison 2016 ein echt schönes Bike.

Markus B. aus Mechernich