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Kultbike: Yamaha XS 1100

1978 präsentierte Yamaha das bislang größte und stärkste Serienmotorrad

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Das war Yamahas Antwort auf die Konkurrenz von Kawasaki (Z 1000), Suzuki (GS 1000) und Honda (CBX 1000) und kam 1978 mit luftgekühltem Vierzylinder-DOHC-Reihenmotor, 8 Ventilen, 1.100 ccm Hubraum sowie 95 PS Spitzenleistung und über 90 Nm Drehmoment auf den Markt. Dieses Kraftpaket beschleunigte die 286 kg schwere, kardangetriebene Maschine in 13 Sekunden von 0 auf 180 km/h. 

Als konsequente Weiterentwicklung der seit 1976 produzierten Dreizylinder-XS 750 verfügte auch XS 1100 über einen tourenfreundlichen Kardanantrieb. Mit 200 kg Zuladung ließ sich der Reisedampfer ordentlich bepacken und mit zwei Personen jedes Ziel ansteuern. Die Federbeine waren fünffach und die Federvorspannung in der Telegabel dreifach verstellbar. Rundherum gesehen war die XS 1100 eine toller Reisepartner mit hoher Zuverlässigkeit. Bis Ende 1983 blieb sie im Yamaha-Programm und wurde danach von der FJ 1100 abgelöst. 

Von Anfang bis Ende der XS 1100 Modellserie waren (fast) keine nennenswerten Modifikationen erforderlich, was für die Ausgewogenheit dieser Maschine spricht. Getrübt wurde das Bild des ansonsten sehr ausgewogenen Boliden jedoch durch das etwas störrisch schaltbare Getriebe und die Lastwechselreaktionen vom Kardanantrieb. Bei vielen XS gab es später Probleme mit dem 2. Gang. Das ist eins der Top-Themen in jedem Forum wenn es um die XS 1100 geht. Auch neigte die XS 1100 bei hohem Tempo in lang gezogenen Autobahnkurven mit Bodenwellen zum Pendeln, und bei nasser Fahrbahn war zu besonders vorsichtiger Fahrweise geraten. Schuld daran waren die serienmäßig montierten Reifen. Eine deutliche Verbesserung des Fahrverhaltens bei trockener und nasser Fahrbahn bewirkte die Umrüstung auf Reifen anderer Hersteller. Dass die XS 1100 im Frühjahr 1978 der Hubraum-Krösus war, mit gemessenen 223,6 km/h Spitze sämtliche Konkurrenten abhing änderte wenig daran das in den Köpfen vor allem die Kritik am Gewicht und dem schwerfälligen Handling hängen blieb. Ein Vorurteil, das die XS noch heute mit sich herumschleppt. Schade eigentlich.