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Kultbike: Yamaha XVZ 1200 Venture Royale

Der Super-Tourer von Yamaha

19983 herausgebracht und bis 1991 gebaut – die Yamaha XVZ 1200 Venture Royale.
Yamaha konzipierte die XVZ als luxuriöse, kardangetriebene Reisemaschine für die USA. Platziert als Konkurrenz zu den Harley-Tourern, aber besonders zu der Honda Gold Wing und der Kawasaki Voyager. Hergestellt wurden die Maschinen ausschließlich in Japan (im Gegensatz zur Goldwing, die in den USA hergestellt wurde). Ursprünglich war Europa nicht als Markt geplant – aber im Laufe der Zeit wurden nach Aussage von Yamaha immerhin rund 6.000 Maschinen nach Europa geliefert. Während die für den amerikanischen Markt vorgesehenen Modelle mit allem ausgestattet waren, was das Reisen mit dem Motorrad luxuriös macht (Eine US Vollausstattung umfasste unter anderem: Tempomat, Radio/Kassettendeck, Gegensprechanlage, CB-Funk, Topcase, kompressorbetriebene Luftunterstützung der Federung vorne und hinten), verkaufte Yamaha die Venture außerhalb der USA ausstattungsbereinigt, wie zum Beispiel in der Schweiz ohne CB-Funk und Tempomat, bis hin nach Deutschland – nur mit Kompressor und kleiner Tourenscheibe (mit in Deutschland damals vorgeschriebenem Gummirand).

Von 1986 an wurde die XVZ 13 T Venture Royale angeboten. Neben der Hubraumerhöhung um 100 cm³, verstärkten Gangzahnrädern im Getriebe und einer geänderten Vergaseranlage beinhaltete die Modellpflege im technischen Bereich unter anderem eine verbesserte Bremsanlage mit nunmehr elektrischem Anti Dive System. Auch ein Tempomat war nun in Deutschland lieferbar. Das äußere Erscheinungsbild der XVZ 13 T hat sich insbesondere im Heckbereich deutlich verändert, die bei der 1200er noch vollständig abnehmbaren Seitenkoffer wurden nun als festmontierte Seitenkoffer in ein in sich geschlossenes Heck integriert.

Die Produktion der Venture Royale wurde im Jahr 1991 eingestellt, in Deutschland wurden importierte 1300er in US-Vollausstattung noch bis 1994 in Deutschland verkauft.

Nach Angaben von Yamaha wurden in Deutschland von 1984 bis 1988 nur 315 XVZ 12 T verkauft, von der XVZ 13 T, im Zeitraum 1989 bis 1991 sogar nur 89 Stück. Hinzu kommen aber eine erhebliche Zahl von Grauimporten mit der begehrten US-Ausstattung. Trotz oder vielleicht auch wegen der seltenen Verbreitung dieses Motorrades gibt es innerhalb Europas diverse Venture Royale Clubs. Bei den regelmäßigen internationalen Treffen kommen bis zu 200 Royal Ventures zusammen. In den USA wurde mit der Venture Line spezielles Zubehör für die Venture Royale hergestellt, trotz inzwischen eingestellter Fertigung ist ein großer Teil bei speziellen Händlern immer noch vorrätig.

Der Motor der Venture wurde einerseits – nach grundlegender Überarbeitung (optimierte Ein- und Auslasskanäle, größere Ventile mit verstärkten Ventilfedern, schärfere Nockenwellen, leichtere Kolben, überarbeitete Pleuel und Kurbelwelle und natürlich das „V-Boost-System“) mit einer erstarkten Leistung von 145 PS von 1984 bis 2006 in der V-Max verwendet, und auch der Motor des seit 1996 gebauten Yamaha-Cruiser XVZ 1300 A Royal Star basiert auf dem alten XVZ-Antrieb.